Unser Dosi ist stinksauer auf uns. Angeblich würden wir die ganze Zeit nur nerven, die Wohung zerstören, ihm den Schlaf rauben und zum Schluß auch noch übers Fressen meckern. Es kriselt also ein wenig. Dabei sind wir völlig unschuldig. Na gut, das Laufbrett über der Tür haben wir wirklich rausgerissen, aber das war nicht mit Absicht, Ehrenwort! Nein, und um drei haben wir den Dosi in den letzten vier Tagen auch nicht geweckt, es war immerhin Viertel nach. Daß wir dann angefangen haben, Wasserpalmen- und Katzengrastöpfe in der Wohnung zu verteilen, na ja, wen interessiert's? Und die Futternäpfe umstoßen, Flaschen runterschmeißen, ins Bett kotzen, die Tapete wieder angehen, die Katzenstreu im Bad verteilen, das Abendbrot klauen und ständig und immer nur rummaulen, -miauen und -mauzen, das müssen andere Katzen im Haus sein, wir sind nämlich ganz lieb. Na ja, Duschkabinentür auf und zu und auf und zu – Max spielt halt gern. Und daß er bei der Gelegenheit die Dichtungsgummis ganz doll lieb hat – so isser eben. Jedenfalls haben wir gar nicht verstanden, warum unser Dosi immer das "Tierheim"-Wort in den Mund genommen hat. Und komische Sachen hat er gesagt, so etwas wie "neue Fellpantoffeln" und "an die Wand nageln" und "wer mit Futter spielt, muß hungern, bis die Schwarte kracht" und "geht doch einfach" – haben wir gelacht. Wie dem auch sei, er hat keine Nerven für Fotos, sagt er. Und arbeiten müsse er auch, Beurteilungen schreiben und Arbeiten korrigieren und Zensuren fertigmachen und Zeugnisse vorbereiten. Das interessiert uns zwar nicht, aber er macht einen ganz süßen, kaputten Eindruck. Den haben wir geschafft.

Dann mal tschüs bis zur nächsten Fotoserie!

Eure Suse

P.S.: Die kriegen diese Woche alle noch ihre Wurmtabletten – so wahr ich hier sitze und das schreibe.

André